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Weizenpreis klettert auf 162,25 EUR/t

Stuttgart/Paris/Chicago - Der internationale Weizenmarkt erhielt nach zuvor schwächerer Tendenz spürbaren Aufwind durch höheren Importbedarf Indiens und Frosteinbrüche in den Great Plains der USA. Eine neue Weizen-Ausschreibung für Saudi Arabien, sowie der niedrigere Eurokurs, sorgten für festere Preise in der EU-28.

So notierte der Fronttermin in Chicago für CME-EU-Weizen bei 170,50 EUR/t (Mittwoch: 177,50 EUR/t), der für US-Weizen bei 141,27 EUR/t (Mittwoch: 139,35 EUR/t) und für Weizen Nr. 2 an der MATIF bei 162,25 EUR/t (Mittwoch: 159,50 EUR/t), für den Markt relevant ist der Märzkontrakt bei 164,50 EUR/t (Mittwoch: 163,00 EUR/t).

In den USA sorgten gleich drei Argumente für höhere Terminkurse in Chicago. Indiens Regierung will die Importsteuer von 10% auf Weizenimporte aussetzten, um dringend benötigte Importe zu beschleunigen. Die extreme Trockenheit hat in Indien zwei Jahre infolge zu schlechten Weizenernten geführt, der Handel rechnet mit einem erhöhten Importbedarf von 5 Mio. t Weizen in der laufenden Saison. Im Mittleren Westen und den Southern Plains könnten Fröste zu Auswinterungsschäden führen, soll kommende Woche die nächste Kältewelle folgen.

Die US-Weizenexporte waren etwas höher als in der Vorwoche, lagen sie bei 503.000 t gegenüber 483.500 t in der Vorwoche und 712.500 t zuvor. Der US-Handel rechnet mit einem leichten Abbau der US-Weizenbestände von 1.143.000 auf 1.139.000 Scheffel. Die höhere Weizenernte Kanadas und in Australiens, etwas niedrigere Exporte Russlands, dürften heute Abend zu einer leichten Anhebung der Weizenlagerbestände im WASDE-Report führen.

In der EU-28 zog der Weizenpreis wegen der positiven Vorgaben aus den USA und besonders dem schwachen Eurokurs auf unter 1,06 USD/EUR an, bedingt durch Verlängerung der Anleihekäufe der EZB bis mindestens Dezember 2017. Die Ausschreibung über 715.000 t Weizen nach Saudi-Arabien unterstützte zusätzlich den Markt, nachdem zu Wochenbeginn 117.000 t Weizen nach Tunesien gehandelt wurden. Jedoch überzeugten die EU-Weizenexporte nicht wirklich, erreichten diese mit 263.000 t gegenüber 247.188 t in der Vorvorwoche und 486.000 t zuvor ein sehr schwaches Ergebnis, schrumpfte dadurch der Exportvorsprung mit knapp 10,5 gegenüber 10,3 Mio. t im Vorjahr auf 4% zusammen. Dabei setzte die EU-Kommission bekanntlich ihr Exportziel gegenüber dem Vormonat um 1 Mio. t auf 24 Mio. t Weizen nach unten. Deutschland exportierte bis Ende November 2 Mio. t Weizen, wobei das Exportziel bei 4,5 Mio. t liegen dürfte.

Die Weizenpreise blieben an den Exporthäfen nahezu unverändert stehen, kostete B-Weizen am MLK zuletzt 157-160 EUR/t, in Hamburg und Rostock 169-171 EUR/t franko Lager und in Rouen 162 EUR/t (Mittwoch: 162 EUR/t). Die späte Rapssausaat in Frankreich hat zu vermehrten Umbrüchen dort geführt, wobei mehr Weizen zur Aussaat kam.

Am Schwarzmeer relativierten sich die Einflüsse durch die Kältewelle in der Nord-Ukraine und in Zentral-Russland, schützt die Schneedecke verbreitet vor Auswinterungsschäden. Auch die Exporte wurden nicht beeinträchtigt, exportierte die Ukraine 400.000 t Weizen gegenüber 330.000 t in der Vorwoche nach Südost-Asien und Marokko. Russland exportierte sogar 420.000 t Weizen gegenüber 350.000 t in der Vorwoche und 326.000 t zuvor. Dabei schraubte der russische Analyst Ikar seine Prognose über die Russlands Weizenexporte von 30 Mio. t auf 28,5 Mio. t zurück, gegenüber 25,5 Mio. t im Vorjahr. In der Ukraine wird Weizenexporten von 15,5 Mio. t gegenüber 17,4 Mio. t im Vorjahr ausgegangen.

Tendenz: Auswinterungsrisiken in den USA, höhere Weizenexporte in Richtung Indien, der Weizen-Tender nach Saudi-Arabien und der Kursrutsch beim Euro sorgten für Preisauftrieb in Paris. Vermutlich wird der WASDE-Report heute Abend darüber hinaus wenige Überraschungen bringen.

http://www.proplanta.de/

13 декабря 2016 года

Source: proplanta.de  |  #grain   |  Comments: 0   Views: 67


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