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Where the margin is 2026

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July 23-24, Moscow

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Getreidepreise vor der Ernte: Jetzt kommt die Wahrheit auf den Tisch

agrarheute.com


Noch wei? niemand wirklich, wie gro? die neue Getreideernte wird. Doch Prognosen gibt es schon genug. Und die beeinflussen die Preise sp?rbar. Lesen Sie, worauf das alles hinausl?uft.

© stock.adobe.com/Ingo Bartussek

© Olaf Zinke

Gro?e Importeure – wie China - zahlten fast jeden Preis. Nun hat sich das Blatt f?r die Bauern komplett gewendet. Die Preise fallen und fallen, als ob Weizen, Gerste, Raps oder Mais auf einmal ?berreichlich vorhanden w?ren. Das ist aber nicht Fall.

Denn: Alle Zahlen und Daten zur neuen Ernte stehen erst einmal nur auf dem Papier. Sie sind also nur Prognosen. Dennoch lebt der Getreidemarkt nat?rlich von Prognosen und Spekulationen. Sonst w?rden auch die Bauern komplett im Dunkeln tappen und ihren Abnehmern ausgeliefert sein – was die Preise betrifft.

Doch warum ziehen die aktuellen Prognosen die Getreidepreise so weit nach unten, fragen sich viele Landwirte. Wird die neue Ernte wirklich so gro? oder was steckt dahinter? Will man als Ackerbauer nicht an die g?ngigen Verschw?rungs-Theorien glauben – etwa in der Art, dass das US-Landwirtschaftsministerium die M?rkte manipuliert – dann muss es auch noch andere Erkl?rungen geben. Das ist ein Versuch.

Wie gro? ist die Anbaufl?che und was macht das Wetter

In den USA wird heftig dar?ber gestritten, wie viel Mais und Soja die Farmer wirklich gepflanzt haben. Das hat gro?en Einfluss auf die Preise. Dazu kommt nat?rlich das Wetter. Am 30. Juni sagt das USDA seine Meinung dazu.

© stock.adobe.com/Daniel Thornberg

Eine Sache ist in den meisten f?r den Getreidemarkt wichtigen L?ndern relativ fr?h bekannt: Das sind die Anbaufl?chen f?r die neue Ernte. Das gilt zun?chst einmal f?r die Wintersaaten wie Weizen, Raps und Wintergerste – etwas sp?ter dann auch f?r Mais und Soja. Denkt man jedenfalls.

Doch in den USA streitet man seit Beginn der Fr?hjahrsaussaat heftig, ?ber die „wirklichen“ Anbaufl?chen von Mais, Soja und Sommerweizen. Der Grund: Witterungsbedingt erfolgte die Aussaat sehr sp?t und zudem bei sehr hohen Preisen. Dabei blieb unklar, ob die Farmer aus wirtschaftlichen Gr?nden am Ende st?rker auf Mais oder auf Sojabohnen setzen. Und es geht es dabei nicht um Peanuts - sondern um Hundertausende Hektar.

Das endg?ltige Ergebnis ?ber die Aussaatfl?chen in den USA, d?rfte die Getreidepreise jedenfalls nachhaltig beeinflussen und das weltweit. Bis Ende Juni schwelte dieser Streit. Erst der USDA-Anbaureport (Acreage) zum Monatswechsel (30.06) bringt den Farmern und den B?rsen vorl?ufige Klarheit. Denn die Terminm?rkte verarbeiten s?mtliche Prognosen sofort als Gewissheit und ?bersetzen sie in Preise.

Noch st?rker als die Anbaufl?che wirkt seit einiger Zeit jedoch das Wetter auf die M?rkte. Sowohl in den USA, als auch in Europa und Russland, hat ein sehr kaltes und nasses Fr?hjahr die Aussaat stark verz?gert und m?glicherweise auch das Wintergetreide gesch?digt. Im Juni war es in weiten Teilen der USA und Kanadas dann sehr hei? und trocken und es ist noch ziemlich unklar, wie sehr das Getreide darunter gelitten hat.

Fakt ist: Das USDA hat das Crop-Rating f?r Mais, Soja und Sommerweizen immer weiter nach unten korrigiert. Eine Rekordernte ist deshalb wohl auch bei gro?er Anbaufl?che nicht mehr zu erwarten. Und auch bei Sommerweizen sind die Hitze-Sch?den in den USA und in Kanada bereits betr?chtlich. Auch das zeigen ?brigens die B?rsenkurse f?r Sommerweizen an: Sie haben entgegen den fallenden Preisen bei den anderen Getreidearten – Ende Juni neue Rekordst?nde erreicht.

Schlechte Nachrichten vom Schwarzen Meer

Die neue Weizenernte in Russland wird derzeit der N?he der Rekordernte aus dem voherigen Jahre gesehen. Die Gr?nde: Eine gr??ere Anbaufl?che und relativ gute Ertr?ge. Ende Juni hat die Ernte in S?drussland begonnen.

© Olaf Zinke

In den USA ist bei Mais und Soja also noch alles offen. Und die Ernte bei Sommerweizen wird ganz offensichtlich schlecht. Gleichzeitig hat die Ernte von Winterweizen Ende Juni in den USA und auch in Russland bereits begonnen. Doch vom Schwarzen Meer kommen f?r die Preise keine guten Nachrichten.

Die Prognosen f?r die neue Weizenernte sind – sowohl f?r Russland als auch f?r die Ukraine – sehr hoch. Auch wenn Russland nach wie vor Exportz?lle erhebt und damit seine Wettbewerbsf?higkeit verschlechtert, gehen Analysten von einer gro?en Dominanz der beiden Schwarzmeer-L?nder beim Export von Weizen und Gerste im neuen Wirtschaftsjahr aus. Das wird die die Exportpreise f?r diese Kulturen ma?geblich beeinflussen und damit indirekt auch die Preise am europ?ischen Binnenmarkt – denn die Russen sind unser wichtigster Wettbewerber.

Fakt ist auch: Die russischen Analysten von Sovceon und IKAR sch?tzten die russische Ernte mit etwa 83 bis 85 Millionen Tonnen nur wenig kleiner als die Rekordernte aus dem vorigen Jahr. Das USDA rechnet soagr mit einer neuen Rekordernte von 86 Millionen Tonnen – Der Grund: Die Russen haben die Anbaufl?che von Winterweizen um etwa 400.000 Hektar ausgedehnt und auch die derzeitigen Ertragsprognosen sind h?her als die Ertr?ge im vorigen Jahr.

Nach Meinung der meisten Analysten werden die Russen deshalb auch mehr Weizen exportieren k?nnen - trotz der Exportsteuer. Das USDA rechnet mit Ausfuhren von 40 Millionen Tonnen. Das w?re deutlich mehr, als die Europ?er mit rund 33 Millionen Tonnen schaffen k?nnen. Was die Ukraine betrifft, h?lt das USDA bei Weizen sogar eine Rekordernte von knapp 30 Millionen Tonnen f?r m?glich – auch hier bildet die Ausweitung der Anbaufl?che auf ?ber 7 Millionen Hektar die Grundlage f?r die hohe Erntesch?tzung.

Bei Gerste kommen vom Schwarzen Meer ebenfalls hohe Ernte- und Exportprognosen – die allerdings nur in der Ukraine ?ber dem Vorjahr liegen. In beiden Schwarzmeerl?ndern hat die Ernte von Wintergetreide Ende Juni bereits angefangen. Und auch noch wichtig: Die Maisernte in der Ukraine. Der Schwarzmeer-Anrainer war die letzten Jahre der wichtigste Mais-Lieferant f?r die EU. Hier gehen die aktuellen ukrainischen Prognosen von einer Anbauausweitung, hohen Ertr?gen und von einer neuen Rekordernte aus. Auch diese Daten stehen bisher aber nur auf dem Papier und das Wetter muss mitspielen.

Europ?er bauen mehr Weizen an – Preisdruck am Binnenmarkt

Die europ?ische Weizenernte wird gr??er als im vorigen Jahr, sagen die Analysten. Der Hauptgrund: Eine deutliche Ausweitung der Anbaufl?che - vor allem in Frankreich.

© Olaf Zinke

Aber zur?ck nach Europa. Hier wird die neue Ernte bei Weizen deutlich gr??er als im vorigen Jahr – sagt die Kommission, aber auch das USDA. Der Hauptgrund sind aber nicht etwa sehr hohe Ertragsprognosen, sondern vielmehr die kr?ftige Ausweitung der Anbaufl?che beim Top-Produzenten Frankreich.

Ger Grund daf?r: Vor zwei Jahren hatte das widrige Wetter im Herbst die Aussaat von Wintergetreide in Frankreich massiv behindert und am Ende f?r eine sehr kleine Winterweizenernte in Frankreich und damit auch in Europa gesorgt. In diesem Jahr liegen die Dinge anders: Die Kommission sch?tzt die Aussaatfl?che f?r Winterweizen Ende Juni auf reichlich 21 Millionen Hektar und damit rund 300.000 Hektar gr??er als vor einem Jahr. Dabei haben die Franzosen sogar 650.000 Hektar mehr mit Weizen bestellt – was jedoch durch Anbaur?ckg?nge in Polen und Tschechien etwas reduziert wird. Auch in Deutschland haben die Bauern mehr Weizen angebaut.

Ende Juni hat die Kommission die Ernteprognose f?r Winterweizen – anders als von vielen Analysten erwartet, jedoch etwas zur?ckgenommen – auf knapp 127 Millionen Tonnen. Der Grund f?r die Korrektur: Die Hitzewelle im Juni. Temperaturen von deutlich ?ber 30 Grad haben dem Weizen in Frankreich und wohl auch in Deutschland zugesetzt – vor allem in Regionen wo der Regen knapp war – wie etwa im Ostdeutschland.

Trotzdem: Mit dieser Prognose w?rden die Europ?er rund 9 Millionen Tonnen mehr ernten und k?nnten auch mehr exportierten – n?mlich insgesamt rund 30 Millionen Tonnen – glaubt die Kommission. Das w?re 3 Millionen Tonnen mehr als in der zur?ckliegenden Saison – jedoch 10 Millionen wenig als Russland auf die Waage bringt.

Die Preise am europ?ischen Terminmarkt haben auf die hohen Ernteprognosen aus Europa bereits reagiert. Noch st?rker folgen die Weizenpreise jedoch den stark schwankenden Vorgaben aus den USA. Ende Juni wird der Weizen der neuen Ernte am Terminmarkt noch knapp ?ber der 200-Euro-Marke gehandelt.

https://agrarheute.com/markt/marktfruechte/getreidepreise-ernte-kommt-wahrheit-tisch-582854

01.07.21



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